Allgemeines
Stationäre Angebote im Bereich der Hilfen zur Erziehung sind unverzichtbar und wichtig. Unsere Haltung aber ist, dass die stationäre Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen immer nur die letzte Lösung sein sollte. Dann nämlich, wenn nichts anderes mehr greift.
Wir meinen das nicht nur aus finanziellen Erwägungen – stationäre Maßnahmen sind die teuersten Erziehungshilfen überhaupt – , sondern weil die Herausnahme oder die Ausstoßung eines Kindes aus seiner Familie oft das Schlimmste ist, was einem jungen Menschen widerfahren kann. Selbst wenn die stationäre Unterbringung erfolgreich ist (z. B. beim Erreichen eines Schulabschlusses), bleibt eine Verletzung, die sich das ganze Leben auf Bindungen und Bindungsfähigkeit auswirken kann.
So, wie viele Opfer von elterlicher Gewalt später selbst Gefahr laufen, ihren Kindern gegenüber gewalttätig zu werden, geben viele in stationärer Unterbringung aufgewachsene Eltern ihre Kinder irgendwann wieder an stationäre Einrichtungen ab.
Ambulante Erziehungsmaßnahmen sind deshalb, rechtzeitig eingesetzt (Die Betonung liegt auf „rechtzeitig“!), präventive Maßnahmen. Leider haben die immensen Kürzungen im Bereich der ambulanten Hilfen in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Schwellen für frühzeitige Hilfen immer höher wurden.
FAB und andere Träger verhindern mit ihrer ambulanten Arbeit nachweislich immer wieder stationäre Unterbringungen. Deshalb fordern wir auf der politischen Ebene einen Ausbau ambulanter Hilfsmöglichkeiten, statt diese, wie in den letzten Jahren geschehen und für die Zukunft weiter geplant, immer weiter zu kürzen und zu beschneiden.

