Familienrat

Ein Weg zu mehr Beteiligung von Familien an der Hilfeplanung und zu passenden Lösungen

Der Familienrat (FR) ist ein Angebot für Familien, bei Schwierigkeiten und Problemen eigene, tragfähige Lösungen für sich und die Zukunft ihrer Kinder zu finden. Jede Familie kann für sich entscheiden, einen Familienrat einzuberufen und sich an einen unabhängigen Dritten, den sog. Koordinator wenden. Aber auch Jugendämter, Schulen oder Kitas können einer Familie diese Möglichkeit eröffnen.

Der Familienrat zielt darauf ab, die Familienbeziehungen zu stärken und Lösungen innerhalb der Familie zu finden. Wir gehen davon aus, dass Familien mit ihren Verwandten und Freunden die passgenauen Lösungen für ihre Probleme finden können.

Zu einer Familiengruppenkonferenz kommen die „Kernfamilie“, die weitere Verwandtschaft, Freunde zusammen - all diejenigen, die der Familie nahe stehen und die bereit sind, aktiv an der Lösung des Problems mitzuarbeiten.

Ein/e Koordinator/in ist neutral, er/sie bespricht mit der Familie ausführlich die notwendigen Vorbereitungen (Auswahl der Konferenzteilnehmer, Zeitplan,…).
Er / sie übernimmt die Verantwortung für das Verfahren, das Finden einer Lösung aber liegt allein in den Händen der Familie.

Ablauf eines Familienrates:

I. Vorbereitungsphase:
Nachdem sich eine Familie für einen FR entschieden hat, informiert der/ die Koordinator/in die Familie über das Verfahren mit allen notwendigen Informationen. Eltern/ Kinder/Jugendliche entscheiden gemeinsam, wer zum FR eingeladen wird. Weiterhin unterstützt und berät der/die Koordinator/in die Familie in dieser Zeit in vielerlei Hinsicht
(z. B. : Wer soll teilnehmen? Wo und wann soll der FR stattfinden? Wer sorgt für Getränke und Essen... und vieles mehr).

II. Informationsphase:
Beginn des eigentlichen FR; Einschätzung der Problemlage durch alle Beteiligten und Zusammenfassung der Ziele; falls das Jugendamt beteiligt ist, informiert eine Mitarbeiterin über die rechtliche Situation und mögliche professionelle Unterstützung. Das Thema und die Regeln für die folgenden Phasen werden festgelegt.

Anschließend beraten die Teilnehmer ohne Fachkräfte des Jugendamtes oder anderer Institutionen (family only phase) über mögliche Lösungen und erstellen einen konkreten Plan.

III. Entscheidungsphase:
Unter Beteiligung der zuständigen Fachkraft des Jugendamtes werden die Lösungen präsentiert, Vereinbarungen abgestimmt und die Einzelheiten der Umsetzung festgelegt. Das Jugenamt muss der Planung zustimmen, weil das Amt die Steuerungsverantwortung inne hat. Ein Termin, bei dem die Umsetzung des Planes überprüft wird, folgt.

Ihre Ansprechpartnerin:

Judith Hennig

 Judith Hennig